Der Wirtschaftsverband Weser e. V. und der Weserbund e. V. haben heute den Wesertag 2025 in Bremen ausgerichtet. Das Leitthema lautete: „Investitionen in bremischen und niedersächsischen Seehäfen – Kooperation von öffentlicher und privater Hand“.
Im Rahmen des Programms sprachen u. a. Björn Fecker, Bürgermeister und Finanzsenator der Freien Hansestadt Bremen, sowie Minister Grant Hendrik Tonne (Niedersächsisches Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Bauen). Beiträge aus der Wirtschaft kamen von Matthias Magnor, Vorsitzender des Vorstands der BLG LOGISTICS GROUP, und von Andreas Bullwinkel, Präsident der Wilhelmshavener Hafenwirtschafts-Vereinigung. Sicherheitspolitische Akzente setzte Oberst Thomas Geßner, Kommandeur Landeskommando Bremen. Die Moderation übernahm Uwe Beck-meyer, Parl. Staatssekretär a. D. und Vorsitzender von Weserbund und Wirtschaftsverband Weser.
Björn Fecker, Bremer Bürgermeister und Finanzsenator, unterstrich in seinem Grußwort die nationale Bedeutung der Seehäfen und forderte eine stärkere Beteiligung des Bundes an der Hafenfinanzierung: „Die Seehäfen sind das Rückgrat der Exportnation Deutschland. Sie sichern Wertschöpfung und Arbeitsplätze. Die Häfen sind Knotenpunkte globaler Lieferketten, aber auch unabdingbar für die Energiewende und die Versorgungssicherheit der Bundesrepublik. Für die Verteidigungsfähigkeit spielen sie ebenso eine Schlüsselrolle. Private Investitionen in Terminals, Automatisierung und Umschlagstechnologien sind unverzichtbar. Aber sie brauchen eine verlässliche öffentliche Infrastruktur von intakten Kajen bis zu leistungsfähigen Zufahrten. Die Hafeninvestitionen werden fast ausschließlich von den finanziell gebeutelten Ländern und Kommunen geschultert. Um die Seehäfen fit für die Zukunft zu machen und ihre Wettbewerbsfähigkeit zu sichern, muss sich der Bund an der Finanzierung der Hafeninfrastruktur deutlich stärker beteiligen. Der Bremer Senat setzt sich u.a. im Bundesrat dafür ein, dass der Bund sich dieser gesamtstaatlichen Aufgabe stellt.“
Minister Grant Hendrik Tonne betonte die Notwendigkeit klarer Prioritäten: „Niedersachsen setzt auf starke Seehäfen an der Weser! Durch gezielte Investitionen, eine zukunftsorientierte Hafenpolitik und die Kooperation mit Bremen sichern wir die Wettbewerbsfähigkeit unserer Hafenwirtschaft und stärken die Versorgungssicherheit Deutschlands.“
Matthias Magnor unterstrich die Rolle der Unternehmen: „Mit dem Sondervermögen können die vereinbarten Schritte für Häfen und Logistik umgesetzt werden – am besten Hand in Hand mit dem Bund.“
Andreas Bullwinkel warb für das Miteinander der Standorte: „Häfen in Niedersachen, Bremerhaven und Bremen ergänzen sich. Spezialhäfen, Container, Logistik – als Verbund werden wir attraktiver für Investoren und schaffen resilientere Lieferketten.“
Oberst Thomas Geßner verwies auf die Dual-Use-Perspektive: „Unsere Nordseehäfen sind wirtschaftliche Zentren, aber vor allem sind sie strategische Knotenpunkte unserer Sicherheit. Die Gefährdungen sind konkret: Sabotage, Cyberangriffe, Drohnen, Störungen der Energieversorgung und Manipulation von Informationen. Nicht nur die Häfen selbst, sondern auch das Umland – Straßen, Schienen, Stromnetze und Pipelines – sind verwundbar. Nur wenn alle Beteiligten die Risiken verstehen, zusammenarbeiten und konsequent handeln, können wir gewährleisten, dass unsere Nordseehäfen auch im Krisenfall leisten, was von ihnen erwartet wird: Deutschland und die NATO versorgen, verteidigen und handlungsfähig halten.“
Im Ergebnis wurde die Notwendigkeit bekräftigt, die komplementären Stärken der Häfen auszubauen und Investitionshemmnisse abzubauen. Dazu zählen die Straffung von Planungs- und Genehmigungsabläufen, die Weiterentwicklung von Public-Private-Partnerschaften sowie die frühzeitige Integration von Sicherheits- und Resilienzanforderungen. Vorhaben und Initiativen der Region – von der Anpassung von Außen- und Unterweser (Nord) über die Schiffbarkeit von Mittelweser und Oberweser bis zu den Innovationsprojekten SPorT, InnoWaTr und DODILog – geben hierfür konkrete Anknüpfungspunkte. Sie reichen von emissionsärmeren Transportketten bis zu digital unterstützten Umschlags- und Lagerprozessen.
„Kooperation ist kein Gegenentwurf zum Wettbewerb, sondern sein Motor“, resümierte Uwe Beckmeyer. „Wenn öffentliche Hand und Wirtschaft Ziele bündeln, entstehen überzeugende Investitionsfälle – für Bremen, Bremerhaven und Wilhelmshaven gleichermaßen.“