Wesertag 2026: Hameln fordert Rückenwind für die Oberweser

Der Wesertag 2026 von Wirtschaftsverband Weser e. V. und Weserbund e. V. hat in Hameln ein deutliches Signal gesetzt: Die Oberweser darf nicht Stück für Stück aus dem Blick geraten. Sie muss als leistungsfähige Binnenwasserstraße erhalten und weiterentwickelt werden. Unter dem Leitthema „Die Oberweser als leistungsfähige Binnenwasserstraße – Wirtschaft, Wasserhaushalt, Klimaresilienz“ diskutierten Vertreter aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Kommunen über die Zukunft des Flusses.

Uwe Beckmeyer, Vorsitzender des Vorstandes von Wirtschaftsverband Weser und Weserbund, machte in seiner Einführung deutlich, worum es geht: „Die Oberweser ist kein romantisches Nebenthema, sondern Teil einer starken Weserachse. Wer Versorgungssicherheit, Schwertransporte und Resilienz ernst nimmt, darf die Wasserstraße nicht vernachlässigen.“ Beckmeyer verwies zugleich auf die strategische Bedeutung der Binnenwasserstraßen und bekräftigte das Ziel, die Oberweser als Bundeswasserstraße mit einer Mindestfahrwassertiefe von 1,20 Metern zu sichern.

Landrat Dirk Adomat unterstrich die Bedeutung der Oberweser für die Region Hameln-Pyrmont. Emmerthals Bürgermeister Dominik Petters warb dafür, die Oberweser nicht nur regional, sondern in ihrer überregionalen Funktion zu sehen: „Am Beispiel Emmerthal wird sichtbar, wie sehr eine funkti-onierende Wasserstraße Standortentwicklung, Schwertransporte und wirtschaftliche Perspektiven stützt. Die Oberweser ist für die Region wichtig – und weit darüber hinaus.“

Dirk Schwardmann, Leiter der Bundesanstalt für Gewässerkunde, machte deutlich, wie eng Schiff-fahrt und Wasserbewirtschaftung an der Oberweser zusammenhängen. Die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung verbessere die Schifffahrtsbedingungen durch die tägliche Steuerung der Eder- und Diemeltalsperre; Ziel der Normalbewirtschaftung sei eine verlässliche Aufhöhung des Pegels Hann. Münden auf 120 Zentimeter. „Ohne diese Stützung drohen in Niedrigwasserzeiten erhebliche Einschränkungen bis hin zum Stillstand der Schifffahrt auf der Oberweser“, sagte Schwardmann. Zugleich warnte er, dass der Klimawandel die Nutzungskonflikte weiter verschärfen werde.

Sascha Wagener, Geschäftsführer der AHE-Unternehmensgruppe, forderte verlässliche Rahmenbedingungen für Industrie und Logistik: „Wer Produktionssicherung und stabile Logistikketten will, muss die Wasserstraße funktionsfähig halten.“

Dr. Lars Stemmler von bremenports hob hervor, dass Innovation und Digitalisierung der Binnenschifffahrt neue Chancen eröffnen: „Die Wasserstraße braucht nicht nur Unterhalt, sondern auch neue Ideen und einfallsreiche Projekte.“

Minister Christian Meyer betonte die ökologische Dimension: „Eine leistungsfähige Oberweser und eine saubere Weser schließen einander nicht aus. Wir müssen beides zusammen denken.“ Die Diskussion griff damit auch die Themen Weserversalzung, Klimaresilienz und Nutzungskonflikte an der Oberweser auf.

Die abschließende Talkrunde machte deutlich: Die Oberweser braucht verlässliche Wasserstände, klare Zuständigkeiten und entschlossenes politisches Handeln. Der Wesertag 2026 in Hameln hat hierfür ein deutliches Zeichen gesetzt.

Meldung vom 03. Mai 2026

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Thomas Voigt

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